Carnevale di Venezia
Anlässlich des 200. Jubiläums reisten Vertreter des Festkomitees Kölner Karneval Kölner Dreigestirn im Jahr 2023 nach Venedig - einer der bedeutendsten Karnevalshochburgen Europas. Der venezianische Karneval diente im 19. Jahrhundert als wichtige Inspirationsquelle für die Neuordnung des Kölner Karnevals. Elemente wie Figuren, Kostüme und Einflüsse der Commedia dell’Arte prägten auch die Traditionen in Köln maßgeblich. Auch Teile der Ornate des Kölner Dreigestirn, das die Vorstandsdelegation begleitete, haben dort ihre Wurzeln.
Ziel der Reise war es, die Zusammenarbeit zu stärken und den Karneval als bedeutendes Kulturgut gemeinsam zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dazu zählte auch die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es auch erhebliche Unterschiede: In Venedig stehen die historischen, prunkvollen Kostüme einzelner Figuren im Mittelpunkt, während viele Besucher Masken zu normaler Kleidung tragen. Der Kölner Karneval gilt dagegen als besonders volksnah, farbenfroh und von einer großen Kostümvielfalt geprägt. Auffällig ist zudem, dass sich die Feierlichkeiten in Venedig vor allem auf Plätze, Straßen bzw. Kanäle und Paläste konzentrieren. Konfetti prägt das Stadtbild. Ein ausgeprägter Kneipenkarneval wie in Köln ist hingegen unüblich.
Carnaval do Rio
Köln und Rio de Janeiro erfüllen die seit 2011 bestehende Städtepartnerschaft mit zusätzlichem Leben: Die Spitzenvertreter des Karnevals beider Städte tauschten sich intensiv aus und vereinbarten bereits im September 2025 in Köln eine engere Kooperation. 2026 erfolgte der Gegenbesuch von Vertretern des Festkomitee-Vorstandes im Rahmen einer Reise von Kölner Karnevalisten in die brasilianische Karnevalshochburg. Während in Köln der Aschermittwoch das Ende der Fastelovendssession bedeutet, strebt der Karneval in Rio erst am darauffolgenden Wochenende seinem Höhepunkt zu: dem Finale des Wettbewerbs der Sambaschulen. Der Besuch der kölschen Delegation um den damaligen Festkomitee-Präsidenten Christoph Kuckelkorn wurde durch die offizielle Anerkennung der karnevalistischen Partnerschaft durch die brasilianische Staatsministerin für Kultur, Margareth Menezes, gekrönt.
Ziel der künftig noch intensiveren Zusammenarbeit der Karnevalsmetropolen ist neben dem Erfahrungsaustausch auf den verschiedensten organisatorischen Ebenen vor allem die Begegnung von Menschen, die den Karneval lieben und leben – übrigens hier wie dort weitgehend im Ehrenamt.
Auch deutschlandweit wird inzwischen eng zusammengearbeitet, nicht nur mit den rheinischen Karnevalshochburgen, sondern auch mit der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Immaterielles Kulturerbe Rheinischer Karneval
Das Festkomitee Kölner Karneval arbeitet mit einer ganzen Reihe anderer Karnevalsverbände eng zusammen. Neben der Mitwirkung im Bund Deutscher Karneval ist es insbesondere das Rheinland, wo das gemeinsame Lebensgefühl und die Lust am Karneval für einen intensiven Austausch sorgt. Er vermittelt Gefühle von Freude und Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und besitzt darüber hinaus eine starke integrative Kraft. Seit 2014 zählt der Rheinische Karneval deshalb zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Dazu gehören der organisierte Fastelovend in den Städten Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche zeigt sich die integrative Kraft des Karnevals: Er schafft eine einzigartige Verbundenheit, die alle Alltagsgrenzen überwindet. Diese besondere Stimmung, verbunden mit den traditionellen Liedern und Büttenreden im Dialekt, ist für viele Menschen identitätsstiftend.
Neben den den rheinischen Karnevalshochburgen ist auch der Kontakt zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht sehr stark ausgeprägt.
