Karneval von A bis Z

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  • Alaaf

    Alaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval und ein Hochruf auf die Stadt Köln. In früherer Zeit wurden mit dem Ausruf „Coellen Alaaf“ auch die Sitzungen des Stadtrates beendet. Es ist der Jubelruf der kölschen Jecken. "„Kölle Alaaf"“ geht auf Fürst Metternichs „"Cöllen al aff"“ zurück, was „etwa „Köln über alles““ bedeutet. Bei den karnevalistischen Veranstaltungen werden das Kölner Dreigestirn und die auftretenden Redner und Musiker mit diesem Ausruf begrüßt oder verabschiedet und ein Alaaf wird drei Mal ausgerufen. Dabei gibt beispielsweise der Sitzungspräsident an, wem der Hochruf gilt, die Menge antwortet mit "„Alaaf"“ und wirft bei jedem  Mal begeistert eine Hand nach oben.

  • Aschermittwoch

    Die wichtigste Regel im Kölner Karneval lautet: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“Die Session ist zu Ende, das Kölner Dreigestirn hat in der Nacht zuvor seine Insignien der Macht und seine Ornate (Amtskleidung) abgelegt. Die Fastenzeit vor dem Osterfest beginnt und die Pappnase hat Pause bis zum nächsten 11. im 11.  Gläubige besuchen eine Messe und erhalten das Aschenkreuz zum Zeichen der Buße und Reinigung. Viele Kölner Karnevalsgesellschaften richten an Aschermittwoch oder den Tagen bis zum folgenden Wochenende ein Fischessen aus. Im Kreis der Gesellschaft wird die abgelaufene Session reflektiert, doch gefeiert wird dabei nicht mehr, es beginnt die ruhige Zeit.  Für das nicht-organisierte Jeckenvolk bieten viele Kneipen und Restaurants Fischessen an, bei dem man die Session ruhig ausklingen lassen kann.

  • Bellejeck

    An Weiberfastnacht ist der Bellejeck als Erster auf den Beinen. Die Kölner Karnevalsgesellschaft pflegt den alten Brauch des Bellejeck, der am Morgen der Weiberfastnacht die Jecken „weckt“. Ab 7:45 Uhr zieht er vom Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs mit Geigenspielern und Trommeln durch die Straßen zur Hofburg des Kölner Dreigestirns, um die Narrenherrscher zu wecken. Dabei wird er bgleitet von  Mitgliedern der Großen Allgemeinen, den Plaggeköpp (Fahnenträger der Karnevalsgesellschaften) und des musikalischen Stammtischs Historische Völker“.

  • Bützje

    Ein Bützje ist eine wunderbare Wertschätzung! Bützen gehört zum Fastelovend wie das Salz in der Suppe.  Doch Achtung:  „E lecker Bützje“ ist unverfänglich und hat nichts mit Anmache zu tun (wenn das jemand anders sieht, wird er schon sehen, was er davon hat). Es ist ein gehauchter Kuss ohne rechte Berührung auf die Wange, nicht auf den Mund! Gebützt wird zum Dank für einen Orden in der Sitzung, für ein Strüßje beim Zug, für ein Kölsch oder einfach nur, weil der Nachbar in der Sitzung oder beim Kostümball so fröhlich und nett ist.

  • D’r Zoch kütt (Der Zug kommt)

    Über Stunden stehen die Jecken schon entlang des Zugwegs, warm eingepackt und ausgestattet mit „Kamellebüggel“, um die Kamelle, Strüßjer und Schokoladentäfelchen aufzuheben. Dann endlich kommt der erste Traktor mit dem wichtigen Hinweisschild. „D’r Zoch kütt!“ Ab jetzt regnet es nur noch Kamelle und es wird viel Freude geschenkt. Der Kölner Rosenmontagszug ist der Umzug der Mitgliedsgesellschaften des Festkomitees:  Traditionskorps, Tanz- und Musikgruppen und Gesellschaften, mit Fußgruppen, Reitern, Kutschen, Fest- oder Prunk- und Bagagewagen ziehen von der Severinstorburg über die Ringe und durch die Altstadt bis zur Mohrenstraße. Ein besonderes Highlight sind die ideenreichen Persiflagewagen, die aktuelle Themen aus Lokal-, Landes- und Weltpolitik aufs Korn nehmen. Tonnenweise werden Kamelle, Strüßjer und anderes Wurfmaterial zu den Zuschauern am Rand geworfen. Die Jecken schunkeln viele Stunden bis zum Höhepunkt ganz am Schluss: dem Kölner Dreigestirn. In Begleitung der EhrenGarde der Stadt Köln kommen Jungfrau und Bauer gemeinsam auf einem Wagen gefahren, ihnen folgen die Prinzen-Garde Köln und der Kölner Prinz Karneval. Wenn anschließend die orangen Kehrmännchen die Straße reinigen,  ist der Zoch vorbei.

  • Dauer der Session

    Die Dauer der Kölner Karnevalssession richtet sich nach dem Termin von Ostersonntag im jeweiligen Jahr. Wie 325 n. Chr. beim  Konzil von Nicäa beschlossen wurde, ist Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr. Nach dem Osterfest richten sich alle beweglichen Feiertage in Deutschland aus. Aschermittwoch liegt genau 46 Tage vor dem Osterfest.

  • Decke Trumm

    Die dicke Trommel ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen. Mit dem Beginn des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht ziehen die Jecken um die Häuser und treffen aufeinander, nicht selten stehen spontan Kostümierte aus dem Veedel beieinader und singen zusammen – mit Unterstützung der „Decke Trumm“.

  • Deine Sitzung

    Alternative Karnevalsrevue mit jecken Präsidenten und -Innen, „Ebasa” dem Meister, dem Orchester der Liebe, dem sturmerprobten Winkemariechen und Gästen für all die Jecken, die fernab der klassischen Formate eine schräge, jecke Alternative suchen.

  • Divertissementchen

    Eine Oper, ein Musiktheater der ganz besonderen Art, das zur Karnevalszeit im Opernhaus aufgeführt wird: In dem Stück, das meist ein Ereignis aus der Stadtgeschichte auf komisch-parodistische Weise darstellt, wird nur Kölsch gesprochen und alle Rollen werden von Männern übernommen! Akteure sind die Mitglieder der Bühnenspielgemeinschaft des 1842 gegründeten Kölner Männer-Gesang-Vereins, die sich Cäcilia Wolkenburg nennen und unter anderem ein perfektes Ballett offerieren.

  • Elf

    Die Elf ist eine Zahl, die in Köln für viele Symbolik im Karneval sorgt. So findet am 11. im 11. die Sessionseröffnung um 11:11 Uhr statt.  Einer Sitzung steht ein Elferrat vor und dazu noch elf Flammen oder Tränen im Kölner Stadtwappen – die Zahl 11 hat für Köln und den Karneval schon eine besondere Bedeutung. Woher kommt das? Im städtischen Wappen erinnert die elf an die 11.000 Jungfrauen, die der Legende nach die Stadtpatronin, die Heilige Ursula, nach Köln begleiteten und tragisch zu Tode kamen. Darüber hinaus gibt es mehrerer Interpretationen: Die Elf steht für die Gleichheit aller Jecken – die kleinste Zahl eins steht neben ihrem gleichen Wert, der Eins. Eine andere Erklärung besagt, die Elf stehe für die Botschaft der Französischen Revolution Egalité, Legalité, Fratternité = Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Werte, die auch für den Kölner Karneval stehen. Und da der Karneval eine Nähe zur Katholischen Kirche hat, sehen manche die Zahl Elf als „Überhöhung/Überspitzung“ der zehn Gebote an, die das Zusammenleben der Menschen ordnen, die Elf wird hier als Zahl der Sünde angesehen.

  • Elferrat

    Der Elferrat, der in der Regel aus dem Vorstand der veranstaltenden Karnevalsgesellschaft gebildet wird, hat die Aufgabe, dem Präsidenten hilfreich unter die Arme zu greifen und Bützje, Orden oder Präsente an die auftretenden Künstler zu verteilen.

  • Elfter im Elften

    An dem jecken Datum im November wird auf der großen Straßensitzung der Willi-Ostermann-Gesellschaft die Karnevalssession offiziell eröffnet. Ab ca. 9:00 Uhr beginnt das rund zehnstündige Programm auf dem Alter Markt.

    Zehntausende von Jecken strömen in der Altstadt zusammen, um um 11:10 Uhr und 50 Sekunden mit Ralf Schlegelmilch, dem Präsidenten der Ostermann-Gesellschaft lautstark rückwärts zu zählen, bis die magische Uhrzeit 11:11 Uhr erreicht ist. Dann eröffnet Oberbürgermeisterin Henriette Reker zusammen mit dem Festkomiteepräsidenten Markus Ritterbach den Fastelovend, schallt das erste „Kölle Alaaf” über den Platz und hat das designierte Dreigestirn seinen ersten offiziellen Auftritt (offiziell proklamiert wird es ja erst im Januar).

    Doch damit ist die Party noch lange nicht am Ende: Alle Stars der Karnevalsszene stellen ihre neuen Lieder vor und auf dem Platz, in den Sälen und Kneipen der Stadt wird bis tief in die Nacht weitergefeiert.

  • Erster Veedelszug

    Nach dem historischen Schauspiel „Dat Spillche ahn d'r Vringspooz” startet an Weiberfastnacht um 14:30 Uhr am Chlodwigplatz der erste Festumzug: Das Reiter-Korps Jan von Werth zieht mit seinem Jan-und-Griet-Paar und befreundeten Karnevalsgesellschaften über die Severinsstraße zum Alter Markt zum Denkmal des Helden.

  • Fatal Banal

    Fester Bestandteil im Kalender des alternativen Fastelovends sind die Termine im Bürgerzentrum Ehrenfeld, das mit Platz für rund 250 Zuschauer eine wunderbar familiäre Atmosphäre bietet. Hier bringt Fatal Banal mit der Hausband „Die Trauzeugen” mit Witz, Ironie, Satire und Klamauk ein tolles Programm zu aktuellen politischen Themen aus Köln und aller Welt auf die Bühne. Wie einst zu studentischen Zeiten kümmern sich die Akteure von der Entwicklung der Ideen bis hin zu den Requisiten dabei noch um alles selbst. Und nach der Sitzung heißt es Tanzen bis zum Umfallen!

  • Fernsehübertragung Rosenmontag

    Jecke, die beim Rosenmontagszug nicht dabei sein können, müssen nicht traurig sein. Das WDR-Fernsehen ist beim Zoch mit Gästen dabei und in kompletter Länge wird der Rosenmontagszug als Live-Stream im Internet unter www.wdr.de übertragen.

  • Fundbüro

    Wer über Karneval etwas verloren hat, kann ab Aschermittwoch im städtischen Fundbüro unter 115 (aus Köln) oder 0221 221-0 nachfragen oder online auf der Webseite suchen.

    Amt für öffentliche Ordnung, Ottmar-Pohl-Platz 1, Eingang Dillenburger Straße, 51103 Köln-Kalk.

    Haltestelle Kalk Kapelle (rollstuhlgerecht) und Kalk Post (nicht rollstuhlgerecht): Stadtbahn-Linien: 1, 9, Bus-Linie: 159
    Haltestelle Trimbornstraße (nicht rollstuhlgerecht): S-Bahn-Linien: S12 und S 13, Regionalbahn-Linie RB 25

  • Funkemariechen

    Wenn die Korpsgesellschaften in den Saal einziehen, ist immer auch eine Frau dabei: das Funkemariechen, das zusammen mit dem Tanzoffizier auf der Bühne sein tänzerisches Können unter Beweis stellt. Historisch geht es auf die Marketenderin zurück, die im Dreißigjährigen Krieg mit den Truppen zog und ihre Waren anbot. Deswegen heißt „dat Marieche” beim Reiterkorps Jan von Werth auch „Marketenderin”, bei der Prinzen-Garde wird es „Regimentstochter” genannt.

  • Funkenbiwak

    Jedes Jahr schlagen die Roten Funken am Karnevalssamstag auf dem Platz, wo 1823 der erste Kölner Rosenmontagszug stattfand, ihr Zeltlager (Biwak) auf: auf dem Neumarkt. Zu Ähzezupp (Erbsensuppe) und Kölsch wird ein tolles Bühnenprogramm geboten. Die Musikzüge der anderen Korpsgesellschaften marschieren auf, das Dreigestirn kommt zu Besuch, bevor „et beste kölsche Leed” ausgezeichnet wird. Traditioneller Höhepunkt ist der Stippeföttche-Tanz der Roten Funken.

  • Geisterzug

    1992 zu Zeiten des Golfkrieges als Anti-Karnevalszug ins Leben gerufen, ist der Geisterzug seitdem Treffpunkt von großen und kleinen Geistern, Teufeln, Monstern und anderen Gruselgestalten, die zu Paukenschlägen, Trillerpfeifen und Samba-Rhythmen durch einen dunklen Stadtteil ziehen. Im Geisterzug darf jeder mitgehen, auch wenn nicht politische Demonstration, sondern einfach Spaß an der Freud’ sein Motiv ist. Spontanität ist gewollt, denn der Geisterzug ist wohl der einzige Zug, in dem Mitgehende ausdrücklich erwünscht, Zuschauer nur geduldet werden. Auch gibt es hier weder Strüßjer noch Kamelle, höchstens mal ein Bützje. Autos sind verboten und Musik wird ausschließlich von Zugteilnehmern gemacht.

  • Glasverbot

    Aus Sicherheitsgründen ist in der Altstadt, auf den Ringen und in der Umgebung der Zülpicher Straße an den Karnevalstagen das Verkaufen und Mitbringen von Glas und Glasflaschen untersagt. Wer sich dem widersetzt, muss zahlen: 60,– Euro Bußgeld, für Gastronomen und Büdchenbesitzer wird die Summe sogar vierstellig.

  • Grundlage

    Vor dem Genuss von Alkohol sollte eine gute Grundlage geschaffen werden, das macht die Feierei bekömmlicher… Darum ist es sinnvoll, zuvor reichhaltig zu speisen, die rustikale Kölsche Brauhausküche tut hier gute Dienste.  In so gut wie allen Sälen werden im Foyer herzhafte Snacks angeboten, ein Käsebrötchen, Mettwürstchen oder eine Kartoffelsuppe ist auch bei später Stunde hilfreich. Zudem ist es ratsam, bei einer Sorte Alkohol zu bleiben und in jeder Stunde ein oder zwei Gläser Wasser zu trinken.  Oft hilft es, zwischendurch noch Fettreiches wie Nüsse, Käsehappen, Salzstangen, Chips oder Ähnliches zu knabbern. Übrigens: Singen, Tanzen und Spaß haben kann man auch ganz ohne Alkohol.

  • Hofburg

    Herrscher haben immer eine Residenz und das ist natürlich auch im Kölner Karneval so: Kurz vor der Proklamation ziehen das Dreigestirn und seine Adjutanten in Begleitung ihrer und befreundeter Gesellschaften mit großem Spektakel um 11:11 Uhr in die Hofburg ein, seit vielen Jahren das Hotel Pullman Cologne in der Helenenstraße. Dort überreicht ihnen der Hoteldirektor in einer jecken Feierstunde den goldenen Schlüssel. Bis Aschermittwoch residieren sie hier und können sich jeweils nachts ein paar Stunden von den Strapazen ihrer Auftritte erholen.

  • Immisitzung

    Kunterbunte Kabarett-Karnevalsshow im Bürgerhaus Stollwerck, die von Künstlern aus aller Herren Länder mit Wohnsitz Köln unter dem Motto „Jeder Jeck is von woanders” aufgestellt wird. Was die Immis (= Kölsche mit Migrationshintergrund) verbindet, ist ihre Liebe und Leidenschaft für Köln und vor allem den Kölner Karneval, und der wird aus der Immi-Sicht mit ironischem Witz und scharfem Humor analysiert. Hier darf im Samba-Takt geschunkelt, spanisch gelacht, türkisch gefeiert und kölsch getrunken werden.

  • Jan un Griet

    Die Figuren des Reitergenerals Jan von Werth und der Magd Griet stellen jede Session ein Mitglied des Reiter-Korps Jan von Werth und seine Partnerin dar. Anfang Januar werden sie auf dem Korpsappell feierlich eingeführt und verkünden ihr Motto.

    Danach beginnt für beide eine spannende Session mit zahlreichen Aufgaben, denn sie sind nach dem Dreigestirn das höchste Paar des Kölschen Fastelovends. So ziehen Jan und Griet mit Reiterkorps, Musikzug, Tanzoffizier und Marketenderin auf die Bühnen der Karnevalssäle, haben offizielle Termine und besuchen mit ihrer Equipe Krankenhäuser und Altenheime.

    Höhepunkt der Session ist an Weiberfastnacht „Dat Spillche ahn d'r Vringspooz”, wo in historischen Kostümen die Geschichte des Kölner Helden Jan von Werth nachgespielt wird. Am Karnevalsfreitag folgt traditionell die Einladung des Oberbürgermeisters, wo der amtierende Jan in Anlehnung an den Einzug des Helden 1638 symbolisch zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt wird. Glanzvoller Abschluss der Session ist am Rosenmontag die Fahrt im Zoch.

  • Jan un Griet (Sage)

    Als armer Knecht von der Magd Griet verschmäht, zog Jan von Werth vor Liebeskummer als Söldner in den Dreißigjährigen Krieg. Viele Jahre später kehrte er als Reitergeneral stolz zu Pferde in seine Heimatstadt zurück und traf auf die unverheiratet gebliebene und arme Griet, die am Stadttor Äpfel verkaufte.

    Als sie ihn erkannte, sagte er: „Griet, wer et hätt jedonn” („Hättest Du es getan”), woraufhin Griet erwiderte: „Jan, wer et hätt jewoß” („Hätte ich es gewusst”). Mit dem Marktbrunnen in der Mitte des Platzes ehren die Kölner einen ihrer Helden.

  • Jeckespill

    Weetschaffssitzung (Kneipensitzung) mit Krätzcher, Klaaf und Kalverei (kölsches Liedgut, Plauderei und Jux). „Fastelovend jemötlich, kölsch un middendrin” ist das Motto, eine Distanz zwischen Künstlern und Publikum nicht erwünscht. Alle sollen mitmachen und viel mitsingen (Liederheft wird gestellt) und zu Alphornklängen des „Orchesters der Liebe” schunkeln.

  • Jecko

    Wappentier des Kölner Karnevals, dass die Kölner Jecken durch die Session begleitet. Identifiziert wurde es dank intensiver Forschungen des Kölner Zoos: Es handelt sich um ein exotisches Exemplar aus der Tierwelt, das gut zu den Kölner Karnevalisten passt. Das Schuppenkriechtier lebt in trockenen Gegenden und ist deshalb immer sehr durstig, es ist sehr anpassungsfähig, nachtaktiv und hat auch gerne Gesellschaft, besitzt dank der kleinen Saugnäpfe an den Füssen echtes Stehvermögen und kommt in einer unüberschaubaren Artenvielfalt vor – wie die kölschen Jecken!

  • Kamelle, Strüßjer

    Kamelle, Strüßjer!!!, heißt auf hochdeutsch Bonbons und (Blumen-)Sträußchen, aber das versteht im Kölner Karneval wohl niemand. Heute sind Kamelle schon lange keine einfachen Bonbons mehr: Zum einen, weil sich kaum noch jemand danach bückt, zum anderen, weil das Wurfmaterial nicht klebrig und schwer vom Boden abzulösen sein darf. Mit Kamelle werden auch Waffeln, Weingummis, Schokolade, Pralinen und Ähnliches umschrieben. Vorsicht: Fliegende Pralinenschachteln können schon mal schmerzhaft sein! Und wenn Ihnen jemand ein Strüßje überreicht, gibt´s zum Dank gerne auch ein Bützje!

  • Karneval

    „Karneval” kommt von „Carne vale!”, also „Fleisch, lebe wohl!” und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck.

  • Karnevalsfarben

    Rot, Weiß, Grün und Gelb sind die vier Karnevalsfarben, die seit 1823 festgelegt sind und sich auch im Logo des Festkomitees finden. Rot und Weiß stehen dabei für die Stadt Köln, Grün für das kurfürstliche Köln und Gelb für die Kirche und die enge Verknüpfung des Karnevals mit dem Kirchenzyklus.

  • Karnevalshits

    Wer die neuen Hits der Session lernen möchte, kann das bei der Loss-mer-singe-Kneipentour „Einsingen in den Karneval” (Termine unter www.lossmersinge.de) tun oder hört sich „Top Jeck” am Sonntagabend von 21:00 bis 24:00 Uhr bei Radio Köln auf der 107,1 an.

  • Karnevalsliteratur

    Wer das Thema Karneval gerne vertiefen möchte, findet reichlich Literatur: Jens Baumeister, Karneval für Imis (2010); Michael Euler-Schmidt, Der Kölner Rosenmontagszug 01: 1823 – 1948 (2007), 02: 1949 – 2009 (2009); Claudia Kroth, Kostüme und Masken im Kölner Karneval (2009); Wolfgang Oelsner, Karneval – wie geht das? Fastelovend kennen, verstehen, feiern (2013); Christine Westermann + Stefan Worring, Karneval – Bilder und Geschichten (2009).

  • Karnevalsmütze

    Heute hat jede Karnevalsgesellschaft ihre eigene Mütze, die sich in Farbe und Stickerei voneinander unterscheiden. Zu verdanken hat der Kölner Karneval die Mütze einem Imi: Als der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß am 1. Januar 1827 zur Generalversammlung des Festordnenden Komitees kam und die Vielfalt der bunten Kopfbedeckungen sah, meinte er: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ Denn so könne man leicht die erkennen, die unbefugt zur Versammlung gekommen waren. Damit war die Fastelovendsmütze geboren.

  • Kneipenkarneval

    Wer in einer Kneipe feiern möchte, sollte wissen: Lange Schlangen vor der Kneipe sind in der Regel ein Hinweis auf tolle Stimmung, und so macht Warten durchaus Sinn: Zum einen ist Köln an Karneval ein großes Wohnzimmer, so dass auch vor den Lokalen gesungen, getanzt und Kölsch getrunken wird. Zum andern wechseln die Jecken auch die Lokalität, sodass man nach einer gewissen Wartezeit bestimmt reinkommt. Hat man es endlich geschafft, darf man getrost vergessen, dass der Mensch Sauerstoff zum Atmen braucht! Aber wenn man erst einmal mittendrin ist, merkt man die tropischen Temperaturen kaum noch.

  • Köbes

    Im Brauhaus heißt der Kellner „Köbes” (Jakob) und sein Markenzeichen ist der Kölschkranz, aus dem er immer unaufgefordert ein Kölsch auf den Tisch stellt (wer keines mehr möchte, legt einfach den Bierdeckel auf das Glas). Lange Schürze und blaue Strickjacke sind seine Dienstkleidung, und er zeichnet sich stets durch eine Schlagfertigkeit aus, gegen die jedes Argument sinnlos erscheint.

  • Kölner Karnevalsmuseum

    Im Kölner Karnevalsmuseum erfahren Jecke wie Karneval entstanden ist oder warum es neben dem Prinzen einen Bauer und eine Jungfrau gibt, können Festwagen, Tragefiguren, Kostümpuppen und vieles mehr bewundern.

    Für eine ganz besondere Zeitreise bietet sich eine Führung im historischen Kostüm an. Dabei werden mit viel Witz und kölschem Charme unterhaltsame Anekdoten erzählt und Fragen wie: „Wie wird man Prinz Karneval?” beantwortet. Es geht aber auch musikalisch met Quetsch und Cajón durch die Ausstellung, wobei Mitsingen und Mitschunkeln ausdrücklich erwünscht sind.

    Alle Infos unter www.koelnerkarneval.de/museum oder telefonisch unter 0221 57400-33.

  • Kölsch

    Kölsch ist das Nationalgetränk der Kölner – ein helles, obergäriges Bier, das frisch gezapft und gekrönt von festem, weißem Schaum in schlanken „Stangen“ (0,2 l) (an Karneval auch schon mal in 0,3 l) serviert wird.

    Kölsch wird ungern allein getrunken. Wundert euch also nicht, wenn euch ein Fremder in der Kneipe, auf dem Ball oder der Straße ein Kölsch in die Hand drückt. Denn Kölsch fließt eigentlich immer in Runden und das heißt für Anfängerjecke: Nie ein Kölsch für sich alleine bestellen!

  • Kölsch für Anfänger

    • Baas: Meister, Chef, Direktor, Vorgesetzter
    • Bömmel: Pompon (gehört zu vielen Kostümen)
    • Büdchen: Kiosk
    • Büggel: Beutel (Wichtig für’s Kamelle- sammeln!)
    • Doosch: Durst
    • Fasteleer/Fastelovend: Karneval
    • Fisternöllchen: kleine, heimliche Liebelei
    • Fooderkaat: Speisekarte
    • Hätz: Herz
    • Imi: Abkürzung für den „imitierten“ (zugereisten) Kölner
    • Klaaf: Schwätzchen
    • Kniesbüggel: Geizhals
    • Knubbel: Beule, Menschenansammlung
    • Kopping: Kopfschmerzen
    • Litschrede: karnevalistische Rede, die bewusst auf Spott- und Schmährufe und Unmutsbezeigungen des Publikums angelegt ist
    • Pänz: Kinder
    • Pittermännchen: kleines Fässchen Kölsch
    • Quetschenbüggel: Ziehharmonika
    • raderdoll: total verrückt
    • Rhing: Rhein
    • Schäl Sick: rechts- rheinisches Köln
    • Schnüss: Mund
    • Spillmannszoch: Musikzug mit Flötisten und Trommlern
    • Tröt: Trompete
    • Weetschaff: Wirtschaft, Kneipe 
    • Zappes: Bierausschank, Bierzapfer

  • Kölsche Küche

    • Ähzezupp: Erbsensuppe
    • Äppelschloot: Kartoffelsalat
    • Brootwoosch: Bratwurst
    • Hämmche: Gekochte Schweinehaxe mit Kartoffelpüree und Sauerkraut
    • Halve Hahn: Roggenbrötchen mit einer Scheibe mittelaltem Holländer Käse, Butter und Senf
    • Himmel un Äd: gebratene Flönz (Blutwurst) mit Kartoffelbrei und Apfelmus
    • Kölsche Kaviar: ein Stück Flönz (Blutwurst) mit Zwiebelringen
    • Rievkoche: Reibekuchen/Kartoffelpuffer
    • Soorbrode: Sauerbraten, aus Rind- oder Pferdefleisch

  • Loss mer singe

    Mitsing-Initiative, die in Kölner Kneipen (und anderswo) den Hit der Session kürt. Mit weiteren beliebten Veranstaltungen wie der Sitzung im Tanzbrunnen und der Party an Karnevalsfreitag.

    Alle Infos unter www.lossmersinge.de

  • Menschen mit Behinderung

    Menschen mit Behinderung feiern den Fastelovend natürlich mit – im und neben dem Zoch und natürlich in den Kölner Karnevalsgesellschaften. Diese nehmen traditionell in ihrer Rosenmontagszug-Gruppe behinderte Menschen und ihre Betreuer mit.

    Am Hohenzollernring gibt es vier Tribünen für Menschen mit Behinderung mit einem zusätzlichen Stellbereich für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitung. Eine weitere Tribüne für Rollstuhlfahrer und ihre Betreuer wird am Heumarkt aufgebaut. Menschen mit einer Schwerbehinderung von 100 Prozent (GdB) erhalten Gratiskarten – solange der Vorrat reicht. Tribünenkarten sind gegen Vorlage des Behindertenausweises im Kaatebus auf dem Neumarkt erhältlich.

  • Mottoschal

    Der Mottoschal gehört zum Karneval wie Kölsch und Musik. Kurz vor dem jecken Sessionsstart wird jeweils das Geheimnis gelüftet und Festkomitee und die Firma Deiters präsentieren das neue Modell. Den Schal gibt es für Groß und Klein, er kostet 15,– bzw. 10,– Euro und wer ihn kauft, tut auch gleich noch was Gutes, kommt doch ein Teil der Einnahmen der Nachwuchsarbeit im Karneval zugute. Zu kaufen gibt's den Mottoschal bei Kölntourismus, in den Deiters-Filialen oder unter www.festkomitee-shop.de

  • Muuzemändelche (Rezept)

    Zutaten (für 4 Personen):

    • 60g Butter
    • 100 g Zucker
    • 4 Eier
    • 2 Esslöffel Rum
    • 500 g Mehl
    • 125 g gemahlene süße Mandeln
    • 2 Liter Öl
    • 100 g Puderzucker 
    Zubereitung:
    Die Butter schmelzen und langsam mit Zucker und Eiern schaumig rühren. Rum hinzufügen, Mehl und Mandeln unterarbeiten und 30 Minuten ruhen lassen. Den Teig 2–3 cm dick ausrollen und mit Muuzenförmchen ausstechen. Wer diese nicht besitzt, sticht den Teig mit zwei Teelöffel ab und streift sie immer wieder gegeneinander ab, bis die gewünschte Tropfenform entstanden ist. Fett in der Friteuse auf 180 Grad erhitzen und die Muuzemändelcher im siedenden Fett goldbraun backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und danach mit reichlich Puderzucker bestreuen.

  • Nippes

    Nicht nur auf dem Alter Markt, auch in vielen Veedeln wird der Straßenkarneval mit einer Feier eröffnet. Die früheste ist die auf dem Wilhelmplatz in Nippes. Hier starten die Appelsinefunke, wie die Nippeser Bürgerwehr wegen ihrer orange-weißen Uniform im Volksmund liebevoll genannt wird, bereits um 09:11 Uhr mit einem bunten Programm in den Fastelovend.

  • Nubbel

    Von Weiberfastnacht an hängt über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen eine große Strohpuppe. Das ist der Nubbel oder auch Zacheies genannt, der eine ganz besondere Funktion hat: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen werden. Ob leerer Geldbeutel, dicker Kopf, ein betrogener Partner oder das Vergessen des Alltags, der Nubbel muss dafür am Ende der Karnevalszeit büßen. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt, und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen. Das ist eine höchst praktische Erfindung und ähnelt dem Sündenablass der Katholischen Kirche.

  • Orden

    Orden werden auch im Karneval als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen. Freunde und Förderer der Gesellschaften, Künstler, illustre Gäste und edle Spender werden mit Orden ausgezeichnet, aber auch jeder Jeck kann sich selber einen Sessionsorden kaufen. Sollten Orden in den Anfängen einmal die Ordensflut der preußischen Obrigkeit persiflieren, sind sie inzwischen zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Denn die Karnevalsgesellschaften haben den Ehrgeiz, jedes Jahr künstlerisch wertvolle und aktuelle Exemplare zu entwickeln, und so gibt es in jeder Session eine Vielzahl an bunt schillernden Orden. Besonders begehrt ist die Prinzenspange, die nur vom Dreigestirn verliehen wird.

  • Pluutemann (Lappenclown)

    Der Lappenclown ist die Nr. 1 unter den Kostümen im Kölner Karneval: Hunderte von bunten Stoffresten werden hierbei in viereckiger Form wie überlappende Dachziegel an (eine möglichst alte) Jacke und Hose genäht. Dazu gehören eine rote Wollperücke und ein bunt geschminktes Gesicht!

  • Pontifikalamt

    Zu Beginn der Session danken die Jecken gemeinsam mit Festkomitee, designiertem Dreigestirn und Kinderdreigestirn, Vertretern der Kölner Karnevalsgesellschaften in ihren Uniformen und Karnevalskünstlern in einem feierlichen Pontifikalamt ihrem Herrgott für das wunderbare Fest und bitten um seinen Segen.

    Wer nicht selbst in den Dom kommen kann, hat Gelegenheit, die jecke Messe im Domradio (UKW-Frequenz 101,7) zu hören.

  • Rakete

    "„An die Gewehre!"“ ruft der Präsident nach einem besonders guten Auftritt. Das ist das Startsignal für eine Rakete, die höchste Gunstbezeugung des Publikums in drei Stufen:

    • Kommando 1 = Hände klatschen
    • Kommando 2 = zusätzliches Trampeln mit den Füßen
    • Kommando 3 = zusätzliches Pfeifen
    Der Saal tobt und die „Rakete“ des jubelnden Publikums macht deutlich, dass der Vortragende auf der Bühne begeistert hat. Dieses Ritual wird dreimal wiederholt und endet mit „einem ebenso dreifachen “Kölle Alaaf“"

  • Röschensitzung

    Schwul-lesbischer Karneval im Mülheimer Kulturbunker, der erfolgreich die Nachfolge der legendären Rosa Sitzung angetreten hat.

  • Rosenmontagszug

    Der Rosenmontagszug ist der Höhepunkt der jecken Session, bei dem sich rund eine Million Jecke am Straßenrand drängeln, um gemeinsam das schönste Ereignis im ganzen Jahr zu feiern. Da sich am Straßenrand viele Jecken tummeln, sollte man ungefähr zwei Stunden, bevor der Zug an der bevorzugten Stelle vorbeizieht, vor Ort sein. Es gibt WC-Häuschen und viele Kneipen bieten gegen eine Gebühr die Toilettennutzung an.
    Zum Rosenmontagszug geht man im Kostüm: Da man fünf bis sechs Stunden am Zugweg steht und es im Februar naturgemäß noch ziemlich kalt sein kann, sollte man sich warm, am besten nach dem Zwiebelprinzip, anziehen. Ganz wichtig sind warme Schuhe!

  • Schull- un Veedelszöch

    Bei den Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag erlebt man den Straßenkarneval in seiner ursprünglichen Form: Denn hier haben Stammtische, Sportvereine, Familien, Nachbarn, Freunde, Schüler, Lehrer und Eltern meist mit wenig Geld, aber mit viel Fantasie und Einsatz einen Zoch auf die Beine gestellt. Und so gibt es kaum ein aktuelles Thema, das nicht aufs Korn genommen wird.

    Jeweils rund 50 Veedelsvereine und Schulen nehmen jedes Jahr in ihren bunten Kostüme zusammen mit zahlreichen Musikkapellen an den Schull- un Veedelszöch teil, die den gleichen Weg wie der Rosenmontagszug tags darauf nehmen.

  • Schunkeln

    Manchmal ertönen die ersten Takte eines Liedes und ohne Aufforderung haken sich die Jecken beim Nachbarn ein – egal ob sie ihn kennen oder nicht – und beginnen sich zum Rhythmus der Musik hin und her zu wiegen. Das funktioniert im Stehen und im Sitzen. Lieder zum Schunkeln gibt es viele, weshalb an Karneval auch überall, auf der Sitzung, in Kneipen, auf der Straße oder am Zoch geschunkelt wird.

  • Sitzung

    Eine Sitzung ist eine Karnevalsveranstaltung zwischen der Proklamation und Karnevalsdienstag mit einem bunt gemischten Bühnenprogramm: Tanzgruppen und Korpsgesellschaften ziehen in den Saal und präsentieren ihre Tanzkünste, Büttenredner widmen sich mit Witz und Ironie den großen und kleinen Themen der Welt und kölsche Musiker reißen das Publikum von den Stühlen. Highlights sind der Einzug des Dreigestirns und die Ansprache des Prinzen an sein „Narrenvolk“.

    Was ziehe ich an? Bei einer Sitzung ist diese Frage nicht auf die Damenwelt beschränkt! In Köln gilt zwar in der Regel: Jeder Jeck so wie er will, aber bei manchen Gala- und Prunksitzungen ist Abendgarderobe Pflicht (das steht dann auf der Eintrittskarte). Wer sich bei Kostümsitzungen nicht verkleiden mag, sollte mindestens ein Hütchen oder eine Pappnase aufsetzen. Ansonsten dürft ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Alle Termine der Sitzungen und Bälle in Köln – und natürlich auch diverse Veranstaltungen für junge Leute – findet ihr unter unseren Terminen.

  • Sternmarsch

    Um den vielen Jecken der Veedelsvereine und Stammtische für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken, veranstaltet der Verein der Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums mit Unterstützung der Sparkasse KölnBonn auf dem Alter Markt an Karnevalsfreitag eine große Open-Air-Party. Vom Eisenmarkt, Heumarkt, Laurenzplatz und dem Bollwerk aus ziehen über 1.500 Jecke aus rund 45 Stammtischen und Karnevalsgruppen in ihren Kostümen der letzten Session (die neuen werden natürlich erst am Sonntag präsentiert) mit Musik und Gesang sternförmig zum Alter Markt. Traditionell wird das Fest gegen 18:00 Uhr mit dem Aufzug des Kölner Dreigestirns und Kinderdreigestirns eröffnet und das Tanzpaar der Session ausgezeichnet. Im Anschluss beginnt ein buntes Bühnenprogramm für die ganze Familie und mit vielen bekannten Karnevalskünstlern, zu dem die Jecken sich warmschunkeln und tanzen.

  • Stippeföttche-Tanz

    Bei diesem Tanz stellen sich zwei Funken Rücken an Rücken auf und strecken die Kehrseite ihres Körpers, auf Kölsch „Föttche” (Gesäß) heraus oder „stippen et erus”, wie man in Köln sagt. Gestützt auf ihre „Knabüß” (Gewehr), in deren Lauf ein „Strüüßje” (Sträußchen) steckt, wibbeln sie so zur Musik.

  • Straßenkarneval

    Wer erst im Straßenkarneval und dann in einer Kneipe oder auf einem Ball feiert, sollte ein Kostüm mit mehreren Schichten tragen. Denn zu Karneval gibt es zwischen draußen und drinnen meist Temperaturunterschiede im zweistelligen Bereich.
    Ausgeschlafen, mit einer guten, besser noch deftigen Unterlage im Bauch und mindestens mit Ringelshirt und Pappnas kostümiert, kann es losgehen. Alles, was man benötigt, muss in Hosen- oder Rocktasche passen: Handtaschen oder Ähnliches stören und können zudem leicht verloren gehen!
    Auch wenn man die anderen Jecken und die Liedtexte nicht kennt: einfach mitsingen, mitschunkeln und mittanzen! Köln ist an Karneval eine große Familie, man feiert zusammen und spätestens beim dritten Mal sitzt auch der Refrain.

  • Stunksitzung

    Bekannteste Veranstaltung des alternativen Karnevals im Mülheimer E-Werk, welche die herkömmliche Prunksitzung seit über 30 Jahren parodiert und heute ein aufwendig gestyltes und perfekt durchorganisiertes Musik- und Bühnenevent ist. Die Themen aber sind stets dieselben: Köln und der Rest der Welt, der traditionelle Karneval und die katholische Kirche werden aufs Korn genommen.

    www.stunksitzung.de

  • Traditionskorps

    Ehrenbezeichnung für eine Karnevalsgesellschaft in historischen Uniformen, die vom Festkomitee Kölner Karneval vergeben wird.

  • Tribünenkarten

    Wer den Rosenmontagszug hautnah erleben und die Details der Persiflagewagen in voller Größe sehen möchte, sollte sich rechtzeitig Tribünenkarten beim Festkomitee unter kartenservice@koelnerkarneval.de, im Kaatebus auf dem Neumarkt, bei den einzelnen Gesellschaften oder Vorverkaufsstellen besorgen. Dabei kann man meist zwischen überdachten und nicht überdachten Plätzen, Selbstverpflegung und Catering wählen.

    Am Hohenzollernring gibt es vier Tribünen für Menschen mit Behinderung mit einem zusätzlichen Stellbereich für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitung. Eine weitere Tribüne für Rollstuhlfahrer und ihre Betreuer wird am Heumarkt aufgebaut. Menschen mit einer Schwerbehinderung von 100 % (GdB) erhalten Gratiskarten – solange der Vorrat reicht. Tribünenkarten sind gegen Vorlage des Behindertenausweises im Kaatebus auf dem Neumarkt erhältlich.

  • Tünnes und Schäl

    Obwohl Tünnes und Schäl weder in einem Taufbuch noch in einem Sterberegister stehen, werden sie als Ur-Kölner angesehen. Und so sagt der Volksmund, in jedem Kölschen stecke ein Stück von Tünnes und ein Quäntchen Schäl. In Wirklichkeit aber sind sie im 19. Jahrhundert im Hänneschentheater entstanden.

    Tünnes (die kölsche Form von Anton) vertritt als „Fuss” (Rothaariger) mit der dicken Knollennase den Typus des einfachen Bauern. Er ist ein harmloser, gutmütiger Kerl, dessen Bauerschläue nicht unterschätzt werden sollte.

    Schäl (ein doppeldeutiger Name, der „schielend”, im Kölschen aber auch „schlecht” oder „falsch” bedeutet) ist die schlankere Gestalt im Frack und ein Schlitzohr, das mit absoluter Vorsicht genossen werden sollte. Er ist noch arbeitsscheuer als Tünnes, schwadroniert gerne, ist dem Alkohol und auch Schlägereien nicht abgeneigt. Mit Tünnes verbindet ihn eine Art Hassliebe: Keiner der beiden kann ohne den anderen auskommen.

  • Übernachtung

    Wer an Karneval in Köln preiswert übernachten möchte, findet bei den Hostels und Jugendherbergen günstige und zentral gelegene Übernachtungsmöglichkeiten:

    A&O Köln Dom (Stadtmitte): http://www.aohostels.com/de/koeln/koeln-dom/
    A&O Hostel Köln Neumarkt (Stadtmitte): http://www.aohostels.com/de/koeln/
    DJH City-Hostel Köln-Deutz: http://www.jugendherberge.de/de-de/jugendherbergen/koeln-deutz450/portraet
    Pathpoint Cologne Backpacker Hostel: http://www.jugendherberge.de/de-de/jugendherbergen/koeln-pathpoint724/portraet
    Weltempfänger-Hostel (Ehrenfeld): http://www.koeln-hostel.de

  • Weiberfastnacht

    Am Karnevalsdonnerstag wird überall in Köln der Straßenkarneval eröffnet. Die größte Straßensitzung ist die der Altstädter auf dem Alter Markt, bei der um 11:11 Uhr Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach und das Dreigestirn den offiziellen Startschuss für den Straßenkarneval geben.

  • Weiberfastnacht-Umzug Jan von Werth

    An Weiberfastnacht um 13.45 Uhr begibt sich das Reiter-Korps Jan von Werth nach einer Einstimmung mit kölschen Liedern an der Severinstorburg in der Südstadt auf eine jecke Zeitreise in das Jahr 1638. Dann wird die Geschichte um das Wiedersehen von Jan und Griet bei der triumphalen Heimkehr des Reitergenerals nachgespielt.  (Dat Spillche ahn d´r Vringspooz)

  • Weinzwang

    In Sälen herrscht in der Regel Weinzwang, denn bei Bierausschank würde wegen des dauernden Nachschubs zu viel Unruhe während der Veranstaltung entstehen. Deswegen muss man aber nicht auf ein frisch gezapftes Kölsch verzichten! Vor dem Saal oder im Foyer steht in allen Häusern eine Biertheke, an der sich besonders während der Pause viele Jecke drängen. Und allmählich findet auch das Pittermännchen (ein Zehn-Liter-Fass Kölsch) Einzug in den ein oder anderen Saal.

  • Wildpinkeln

    Urinieren in der Öffentlichkeit an Hauswänden oder im Gebüsch – auch Wildpinkeln genannt – ist nicht nur strengstens verboten, sondern auch eine Riesensauerei! Wer dabei erwischt wird, muss wegen „störenden Verhaltens in der Öffentlichkeit” bis zu 100,– Euro Strafe zahlen.