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Strategieprozess ALAAF 2040

Kölner Karneval macht sich fit für die Zukunft.

Im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung hat das Festkomitee Kölner Karneval am Montagabend seinen Mitgliedsgesellschaften erste Ergebnisse aus dem Strategieprozess ALAAF 2040 vorgestellt. Gestartet war das Projekt 2025 mit dem Ziel, den Kölner Karneval für die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu rüsten, ohne dabei den Kern des Brauchtums zu verlieren.

Wie viele gewachsene gesellschaftliche Strukturen kämpft auch der Karneval heute mit vielen Herausforderungen: alternde Gesellschaft, zunehmende Kommerzialisierung, Kostendruck und ein drohender Verlust ehrenamtlicher Unterstützer. Dabei steht nicht nur der organisierte Karneval rund um das Festkomitee und seine Mitgliedsgesellschaften im Fokus. Vielmehr soll dessen gesamte Vielfalt gerade in den Veedeln auch langfristig erhalten bleiben.

Die vergangenen 15 Monate hat das Festkomitee für einen ausführlichen Analyseprozess genutzt, um zunächst den Ausgangspunkt zu definieren. Ziel war es dabei, den Kölner Karneval und das Festkomitee nicht nur von innen heraus zu betrachten, sondern möglichst viele externe Perspektiven und Erfahrungen einzubeziehen. Die Basis bildete eine Umfrage der Rheinischen Hochschule über das Image des Kölner Karnevals, an der insgesamt über 5.500 Personen teilnahmen. Ergänzt wurden diese Ergebnisse durch Umfragen innerhalb der Karnevalsgesellschaften sowie Tiefeninterviews mit Personen aus der Kölner Gesellschaft für einen differenzierten Blick aus Sicht von Stadt, Sport, Wirtschaft, aktiver Brauchtumspflege, Gesellschaft und Struktur. Die Strategieberatung VALORESS, die den gesamten Prozess pro bono begleitet, trug so unterschiedliche Perspektiven auf den Karneval, seine gesellschaftliche Bedeutung und zukünftigen Herausforderungen zusammen.

Der Analyseprozess ergab eine klare Ausgangslage: Das Ziel des Festkomitees ist es, den Kölner Karneval zu ordnen, um sein Wesen zu schützen und weiterzuentwickeln. Dieser Kern wird in den kommenden Jahren durch fünf Fokusfelder gestützt: Brauchtum, Marke, Vermittlung, Service und Zukunft. „Dabei geht es nicht darum, den Karneval neu zu erfinden. Aber um die Stärken zu bewahren, müssen wir besser auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren“, erklärt Festkomitee-Präsident Lutz Schade. „Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unser kölsches Brauchtum auch 2040 und darüber hinaus lebendig, vielfältig und fest in der Stadtgesellschaft verankert ist.“

Jedes dieser Schlagworte steht für eine Säule, die den Karneval der Zukunft trägt. Das Brauchtum wird bewahrt, indem es lebendig gehalten wird. Traditionen werden gesichert, aber gleichzeitig auch behutsam weiterentwickelt. Die „Marke Karneval“ steht für die Stimme des Kölner Karnevals, die stark und erkennbar sein muss. Die Interessen des Kölner Karnevals müssen gegenüber Stadt, Land und Bund vertreten werden. Besonders wichtig ist die Vermittlung: Der Kölner Karneval muss verständlich und für alle erlebbar sein, auch für die rund 600.000 Kölner, die nicht in der Millionenstadt geboren sind. Dafür müssen Werte und Geschichte des Brauchtumsfestes immer wieder neu vermittelt werden. Die vierte Säule ist der Service für Karnevalsvereine: Als Kompetenzzentrum und Netzwerk bündelt das Festkomitee Erfahrungen, schafft Synergien und bietet die Infrastruktur für ein lebendiges und professionell organisiertes Brauchtum – etwa bei der Planung von Umzügen oder Sitzungen. Für die Zukunft müssen vor allem gesellschaftliche und technologische Veränderungen frühzeitig erkannt und in neue Lösungen für das Fest übersetzt werden. 

Im nächsten Schritt werden nun die Handlungsempfehlungen in Projekte überführt, die gemeinsam mit allen Beteiligten umgesetzt werden. Ein zentrales Ergebnis der Analysen war die Erkenntnis, dass Karneval und vor allem dessen langfristiger Erhalt, nur gemeinsam geht. „Wir wollen mit allen angeschlossenen Gesellschaften, die das Brauchtum feiern, mit Akteuren außerhalb der klassischen Karnevalsvereine und mit der gesamten Stadtgesellschaft gemeinsam agieren, um das Wesen des Karnevals, das auch ein Stück kölsche Lebensart ist, zu erhalten und weiterzuentwickeln”, so Festkomitee-Präsident Schade. „Diese Verbindungen zu schaffen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, wird eine der größten Aufgaben in der Zukunft. Das Entwicklungspotenzial ist laut der umfassenden Analyse riesig. Jetzt gilt es, diese Chancen zu nutzen.”